Häufige Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Bürgerentscheid

Kann Naunhof Windräder verhindern?

In ausgewiesenen Vorranggebieten: Nein. Die Genehmigung erfolgt durch das Landratsamt. Ein Bürgerentscheid kann Bundesrecht nicht aufheben. → LVZ-Artikel

Profitiert Naunhof finanziell?

Ja! Das sächsische Beteiligungsgesetz garantiert 0,3 Cent/kWh – das sind 20.000–40.000 € pro Jahr je Anlage. Verwendbar z.B. für Sportstätten, Feuerwehr, Klimaschutz oder Vereinsförderung.

Was passiert bei Blockade?

Wenn Sachsen die Flächenziele verfehlt, greift die „Superprivilegierung": Windkraft wird dann überall im Außenbereich möglich – weniger Kontrolle, nicht weniger Windräder.

Zum Bürgerentscheid

Kann Naunhof Windräder verhindern?

In ausgewiesenen Vorranggebieten: Nein. Die Genehmigung erfolgt durch das Landratsamt, nicht durch die Stadt.

Ein Bürgerentscheid kann Bundesrecht nicht aufheben. Er kann aber dazu führen, dass die Stadt ihre Verhandlungsposition und Gestaltungsmöglichkeiten verliert.

Was passiert, wenn JA gewinnt?

Die Stadt wäre verpflichtet, „alle rechtlich und tatsächlich zulässigen Möglichkeiten" zu nutzen, um Windkraft zu verhindern.

Die Folge:

  • Verlust von Verhandlungspositionen
  • Kein Einfluss auf konkrete Standorte
  • Keine zusätzlichen Kompensationen aushandelbar
  • Projektierer gehen direkt zum Landratsamt

Windkraftanlagen in Vorranggebieten würden trotzdem gebaut – aber ohne kommunale Mitsprache.

Wann und wo wird abgestimmt?

Datum: 1. März 2026

Ort: In den Wahllokalen der Stadt Naunhof (wie bei Kommunalwahlen)

Wahlberechtigt sind alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Naunhof, die auch bei Kommunalwahlen wahlberechtigt wären.

Finanzielle Fragen

Profitiert Naunhof finanziell von Windkraft?

Ja! Das sächsische Beteiligungsgesetz (EEErtrBetG) garantiert:

  • 0,3 Cent pro Kilowattstunde fließen an die Kommune
  • Das sind 20.000–40.000 Euro pro Anlage und Jahr
  • Diese Mittel werden nicht auf den Finanzausgleich angerechnet

Wichtig: Die Hälfte der Einnahmen muss in den direkt betroffenen Ortsteilen verwendet werden – Bürger vor Ort profitieren direkt!

Wofür kann das Geld verwendet werden?

Das Gesetz gibt einen weiten Ermessensspielraum. Beispiele:

  • Sanierung von Schulen, Kitas, Feuerwehrhäusern
  • Straßen, Radwege, Spielplätze
  • Vereinsförderung, Kulturveranstaltungen
  • LED-Straßenbeleuchtung, energetische Sanierung
  • Klimaschutzmaßnahmen

Nicht erlaubt: Finanzierung von Pflichtaufgaben (z.B. Sozialhilfe).

Gesundheit & Umwelt

Macht Infraschall von Windrädern krank?

Nein. Die viel zitierte BGR-Studie enthielt einen Rechenfehler um den Faktor 4.000 – die Infraschallwerte wurden massiv überschätzt.

Nach Korrektur (2021) stellte sich heraus: Der Infraschall von Windkraftanlagen liegt weit unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle.

Das Umweltbundesamt stellt klar: Bei Einhaltung der gesetzlichen Abstände gibt es keine wissenschaftlichen Belege für Gesundheitsgefahren.

Wie laut sind Windräder?

Windkraftanlagen unterliegen der TA Lärm – einer der strengsten Lärmschutzverordnungen weltweit.

  • Tagsüber: max. 60 dB(A) in Mischgebieten, 55 dB(A) in Wohngebieten
  • Nachts: max. 45 dB(A) in Mischgebieten, 40 dB(A) in Wohngebieten

Ab 900 Meter Entfernung: Kein messbarer Unterschied zwischen laufender und stehender Anlage.

Was ist mit Vogelschutz?

An Fensterscheiben sterben 1.000 Mal mehr Vögel als an Windkraftanlagen (100 Mio. vs. 100.000 pro Jahr).

Gefährdete Arten werden durch strenge Auflagen geschützt:

  • Artenschutzprüfungen vor Genehmigung
  • Abschaltautomatiken bei Vogelflugereignissen
  • Mindestabstände zu Brutplätzen

Immobilien

Sinken Immobilienpreise durch Windräder?

Ab 1 km Entfernung geht der Effekt gegen null. Eine geringere Entfernung ist durch die gesetzlichen Mindestabstände in Sachsen (SächsBO: 1.000 Meter) ohnehin nicht zulässig – und bei diesen Entfernungen zeigen Studien: kaum messbare Auswirkungen auf Immobilienwerte.

Die Mehrheit der Bevölkerung steht der Windkraft positiv gegenüber – auch in Regionen mit bestehenden Anlagen. Das zeigt: Wer mit Windrädern lebt, entwickelt selten die befürchteten Nachteile.

Mehr Details im Faktencheck

Energiepolitik

Was passiert, wenn wir Windkraft blockieren?

Sachsen muss bis Ende 2027 1,3% der Landesfläche für Windenergie ausweisen. Bei Verfehlung:

  • „Superprivilegierung": Windkraft dann überall im Außenbereich zulässig
  • Abstandsregelungen (1.000m) werden unwirksam
  • Kommunen verlieren jede Steuerungsmöglichkeit

Das Paradox: Verzögerung führt nicht zu weniger, sondern potenziell zu mehr Windrädern – ohne kommunale Mitsprache.

Warum nicht einfach Solarenergie?

Sowohl Wind- als auch Solarenergie sind wichtig für eine sichere Energieversorgung:

  • Wind: Erzeugt auch nachts und im Winter Strom
  • Solar: Erzeugt am meisten im Sommer und tagsüber
  • Biogas: Kann flexibel Schwankungen ausgleichen
  • Speicher: Batteriespeicher und andere Technologien puffern Überschüsse

Erst der Energiemix aus Wind, Solar, Biogas und Speichern sorgt für eine stabile und sichere Stromversorgung. Ein „Entweder-oder" würde die Energiewende gefährden.

Noch Fragen?

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