Übertrieben – Studienlage zeigt anderes Bild
Was sagen die Studien wirklich?
Die RWI-Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (2019) wird häufig als Beleg
für Wertverluste angeführt. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch:
- Der oft zitierte Wertverlust von 7,1% bezieht sich ausschließlich auf den 1-km-Radius –
eine Entfernung, die durch gesetzliche Mindestabstände ohnehin nicht zulässig ist
- Die Studie basiert auf Angebotspreisen, nicht auf tatsächlichen Verkaufspreisen
Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung kommt in seiner Untersuchung zu dem
Ergebnis, dass keine signifikante allgemeine Wertminderung von Immobilien in der Nähe von
Windkraftanlagen nachweisbar ist.
Faktencheck der Energieagentur NRW: Der Immobilienmarkt wird von vielen Faktoren beeinflusst,
sodass Preisschwankungen methodisch nicht auf einzelne Faktoren zurückzuführen sind. Windenergieanlagen haben
nach derzeitigem Forschungsstand keinen dauerhaft negativen Einfluss auf Immobilienwerte.
Praxisbeispiel Landkreis Aurich: In dieser Region mit besonders hoher Windkraftdichte
konnte der Gutachterausschuss 2016 keine negativen Folgen für die Immobilienwerte feststellen –
teilweise wurden sogar höhere Preise bei windparknahen Grundstücken registriert.
Der Vergleich: Was kosten andere Energieformen?
| Energieform |
Auswirkungen auf Anwohner |
| Braunkohle |
Über 300 Dörfer komplett zerstört, 100.000+ Menschen zwangsumgesiedelt |
| Atomkraft |
Evakuierungszonen (30 km), Endlagersuche belastet Regionen für Jahrtausende |
| Windkraft |
Laut RWI und Energieagentur NRW: Kein nachweisbarer dauerhafter Wertverlust |
Braunkohle: Die wahren Kosten
Für deutsche Braunkohle wurden über 300 Ortschaften vollständig abgebaggert.
Mehr als 100.000 Menschen verloren ihre Heimat – nicht nur ihren Immobilienwert,
sondern ihr gesamtes Zuhause, ihre Nachbarschaft, ihre Friedhöfe, ihre Geschichte.
- Lausitz: 136 Dörfer abgebaggert, 25.000 Menschen umgesiedelt
- Rheinland: 130+ Ortschaften zerstört, 40.000+ Menschen vertrieben
- Mitteldeutschland: 120+ Orte devastiert, 54.000 Menschen betroffen
Atomkraft: Studienlage
Nach Fukushima 2011 sanken in Deutschland die Preise
nahe AKWs um 4,9-9,8%.
Windkraft: Die mildeste Belastung
Bei Windkraft sprechen wir über:
- Laut RWI und Energieagentur NRW: Kein dauerhaft negativer Einfluss auf Immobilienwerte nachweisbar
- Kein Verlust der Heimat – niemand muss umsiedeln
- Der 7,1%-Wert aus der RWI-Studie gilt nur für unter 1 km – wo Windräder gar nicht gebaut werden dürfen
- Mindestabstand in Sachsen: 1.000 Meter
Energiegewinnung ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Strom kommt nicht aus der Steckdose. Jede Gesellschaft muss entscheiden,
welche Belastungen sie für ihre Energieversorgung akzeptiert:
- Sollen weiter Dörfer für Kohle verschwinden?
- Sollen wir von russischem Gas oder amerikanischem Fracking-LNG abhängig sein?
- Oder akzeptieren wir Windräder in ausgewiesenen Vorranggebieten?
Fazit: Windkraft ist die mit Abstand sozialverträglichste
Form der Energiegewinnung. Niemand verliert seine Heimat, niemand muss umsiedeln,
und selbst im Nahbereich sind die Auswirkungen temporär und begrenzt.